Christlicher Gesundheitskongress Christlicher Gesundheitskongress

Medieninformation 3/2016

5. Christlicher Gesundheitskongress in Kassel

Mit neuen Ideen zurück in die Praxis

„Es war wunderbar“. Die Krankenschwester aus der Nähe von Hannover fährt begeistert nach Hause und ist sich sicher: „Es war der beste der fünf bisherigen Kongresse“. Sie muss es wissen. Denn sie hat keinen ausgelassen. Viele Anregungen hat sie in ihrer Praxis als Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst schon umsetzen können. Auch dieses Mal waren praktische Tipps dabei. Besonders gefallen hat ihr der Bericht eines Arztes aus Chemnitz, der sich angewöhnt hat, bei jedem Gang durch die Stationstür ein kurzes Gebet zu sprechen. Wenn er die Mitarbeiter und Patienten so Gott anbefehle, könne er viel entspannter arbeiten. Auch wenn es einmal stressig werde, wisse er sich nicht allein.

650 Mediziner, Pflegende und Therapeuten waren nach Kassel gekommen, darunter 2/3 Frauen, was  im Gesundheitswesen nicht überrascht. Und mehr als 10 Prozent der Teilnehmer kamen als haupt- oder ehrenamtliche Seelsorger, um sich am Fachgespräch über die Integration von Spiritualität und Gesundheitswesen zu beteiligen. Ärgerlich für die Ärzte unter den Teilnehmern: Die Landesärztekammer Hessen war bei der Vergabe von Fortbildungspunkten wesentlich restriktiver als bei den Vorkongressen. Sie akzeptierte nur Seminare, die sich im engeren Sinn mit ausschließlich medizinischen Fragen befassten. Ein Arzt aus Baden-Württemberg: „Offenbar haben die noch nicht verstanden, welche Ressourcen im Zusammenwirken von Glaube und Medizin liegen. Da sind Amerikaner, Schweizer oder Dänen viel weiter.“

Die Qualität der Vorträge lobten auch Kongressbesucher, die eher skeptisch waren, wie ein sich „christlich nennender Kongress“ mit den Fragen des Gesundheitswesens umgeht. „Da war weder von „Gesundbeterei“ die Rede noch von esoterischen Ansätzen. Die Christen waren nüchtern aber auch selbstbewusst, wie wichtig der Glaube für die Gesundheit und das Heilwerden ist.“

Auch das Thema des Kongresses verzichtete auf überhöhte Ansprüche, sondern machte klar. Mit dem Glauben kann man nicht alle Probleme der Welt lösen, aber es ist möglich Zeichen zu setzen. Wenn es um Heilen und Begleiten in Gesundheitswesen und Gemeinde (so der Untertitel des Kongressmottos) geht, dann können Christen Zeichen setzen. „Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die Hoffnung wecken und den entscheidenden Impuls geben“, hieß es in einer der Gesprächsrunden, die immer wieder zum Dialog einluden.

„In unserer Runde haben wir bis weit in die Pause diskutiert,“ erzählt eine Altenpflegerin aus der Diakonie, die sich mit einer katholischen Seelsorgerin und zwei Medizinstudenten in einer Kleingruppe darüber ausgetauscht hatte, welche Chancen es gibt, das Potential des Glaubens in den Alltag umzusetzen.“ Die vielfältigen Möglichkeiten zur Kommunikation waren das besondere des 5. Christlichen Gesundheitskongresses. Die Veranstalter, ein ökumenischer und multidisziplinär ausgerichteter Trägerkreis wollte, dass es nicht nur bei schönen Worten bleibt. Man sollte im Gespräch entdecken, wie man die Impulse in die eigene berufliche Praxis umsetzen kann.

„Auch wenn weniger Teilnehmer dabei waren, als bei früheren Kongressen, war die Zufriedenheit der Besucher deutlich höher. Viele konnten hilfreiche Kontakte knüpfen und erlebten, dass sie nicht allein sind mit ihren Fragen“, resümiert Günther Gundlach, der Geschäftsführer des Kongresses. Ein Grund dafür: Der Kongress fand erstmals in einem Tagungshotel statt, so dass die meisten Teilnehmer im Kongresszentrum auch wohnten. Das ermöglichte kurze Wege, lebhaften Austausch schon beim Frühstück, eine angenehme Atmosphäre in der Lobby beim Tagesausklang und nicht zuletzt die Chance, nach dem Mittagessen die Beine hochzulegen und etwas auszuruhen.

Neue Akzente setzte der Kongress, indem er an prominenter Stelle die Verantwortung für die Gesundheit auch jenseits Europas in den Blick nahm und nach den Impulsen für unser Gesundheitssystem aus den Ländern des Südens fragte. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Frage nach den Grenzen des Lebens. Auch wenn die politische Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland zu einem vorläufigen Abschluss gekommen ist, bleibt die Aufgabe der Christen, für eine positive Einstellung zum Leben bis zuletzt zu werben.

Ein Höhepunkt war für viele Teilnehmer ein Abend mit dem Geigenbauer Martin Schleske, , der vom Klang, dem unerhörten Sinn des Lebens, erzählte. „Das tat meiner Seele so richtig gut“, meinte eine Chirurgin, die das erste Mal dabei war.

Zum vierten Mal wurde der Christliche Gesundheitspreis verliehen, der innovative Ansätze zum Miteinander von christlichen Gemeinden und Gesundheitswesen auszeichnet. Zur Förderung der Arbeit sind der 1. und 2. Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000 bzw. 1.000 Euro dotiert – in diesem Jahr gestiftet von Albertinen Diakoniewerk e.V. und Klinik Hohe Mark. Vis-á-vis aus Rheinland Pfalz wurde der 1. Preis verliehen. Die Organisation hat sich der Wiederentdeckung der klassischen Gemeindeschwester verschrieben. Mit professionellem pflegerischen Know-how und einer sehr engen Anbindung an die Kirchengemeinden und deren Seelsorgeauftrag arbeiten Vis-á-vis-Mitarbeiterinnen in immer mehr Gemeinden. Dabei nutzt der Verein Erfahrungen der Parishnurs-Bewegung, die zum Beispiel in England, den USA und Australien neue Wege der christlichen Fürsorge erprobt. Den 2. Preis erhielt das Netzwerk Nächstenliebe aus Braunschweig. Eine der dortigen evangelisch-freikirchlichen Gemeinden, die Friedenskirche, hat ein umfangreiches, eng mit der Gemeindearbeit verbundenes diakonisches Programm entwickelt.

Frank Fornaçon

Die Vorträge des Kongresses können auf CD bestellt werden bei: www.christlicheraudiodienst.de/christsein-und-beruf/5-christlicher-gesundheitskongress-2016

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